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Maria Reese

Frauenbilder

Frauenbilder

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Zwei Frauen im System, 1966

Auszug aus dem Tagebuch 1966:

Ein Lehrer der Kieler Muthesius-Werkkunstschule, Gottfried Brockmann, den ich als Maler besonders schätze (Neue Sachlichkeit), hat mich gestern in seinem Schulatelier zu dem Bild von mir “Zwei Frauen im System” beglückwünscht. Er sagte, er wisse ja, dass ich mich bildnerisch ausdrücken könne und mich bereits frei gemacht hätte von dem hier gelernten.

Ich war sprachlos und bewunderte dann sein ca. 150 x 200 cm großes Bild “Der barmherzige Samariter”, das fast fertig auf der Staffelei stand. Sehr beeindruckend. Noch bevor mein Malunterricht bei ihm begann, kam er unerwartet auf meine Herkunft mütterlicherseits aus Dänemark zu sprechen.

Ich erzählte ihm, dass ich meine dänische Kusine, Margrethe Jepsen, immer beneidet hätte, weil sie kein schlechtes Gewissen zu haben brauchte wie ich als Deutsche, wenn auch als Nachgeborene. Die Dänen haben ihre jüdischen Mitbürger nicht verfolgt und umgebracht. …

Maria Reese

Aus: In Bildern drückt sich meine Trauer aus, 2000, S. 18.

Die “Dreiecksmadonna” hat Maria Reese für das Müttergenesungswerk gemalt. In dem Bild entdeckt die Vorsitzende des Müttergenesungswerkes in Schleswig-Holstein, Rut Rohrandt, folgendes:

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Dreiecksmadonna, 1984

“Eine Frau ist eingebunden in ein Schema, hier ein Dreieck, ist festgefügt in eine Ordnung, die begrenzt und nur wenig Spielraum läßt. Die Familie – angedeutet durch die ältere Generation und das Kind – ist bestimmend in ihrer Welt. Sie steht vor dem Hintergrund einer bewegten Welt mit Höhen und Tiefen, ein bißchen Sterntalermentalität und dem Gebäude einer Kirche – mit hohen, unüberwindlichen Mauern und wenig Fenstern. In dem Dreieck – der Welt der Frau – fällt einmal die Vielfalt der Farben und Formen auf. Und die unterschiedliche Möglichkeit zu sehen auf ein großes, in die Welt sehendes Auge. Und dann die verbundenen Augen oder vielleicht ist es auch nur eine Brille, durch die immer eine besondere, vielleicht auch beschränkte Sicht von Welt möglich ist. Große Hände und Füße, die vieles fassen können und an allen Stellen zugleich sind.”

Aus: Nordelbische Kirchenzeitung 1984; abgedruckt in: Maria Reese, In Bildern drückt sich meine Trauer aus, 2000, S. 180; dort auch weitere Frauenbilder auf den Seiten 176 f und 181 f.

Vgl. zum Thema auch das Buch: Dietlinde Hedwig Heckt/ Maria Reese: … und ich eine lächelnde Frau. Texte und Bilder, Kiel: Neuer Malik-Verlag 1987.

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